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Sardelle

Engraulis encrasicolus

    • Östlicher Mittelatlantik FAO 34: Marokko, Mauretanien, Mittelmeer FAO 37: Nördliche Adria (GSA 17)
      Wildfang
    • Nordostatlantik FAO 27: Portugiesische Küste (9.a), Mittelmeer FAO 37: Balearen (GSA 5), Nordspanien (GSA 6), Nördliche Adria (GSA 17), Ägäis (GSA 22)
      Ringwaden
    • Mittelmeer FAO 37: Schwarzes Meer (GSA 29); Adria (GSA 17, 18)
      Pelagische Scherbrettnetze

    Biologie

    Die Europäische Sardelle (Engraulis encrasicolus) ist ein kleiner, heringsartiger Fisch und bildet als Planktonfresser große Schwärme in den gemäßigten Ozeanen. Sie hält sich vorwiegend in geringen Wassertiefen auf. Ihre Körperform ist schlank und lang gestreckt, wobei sie selten eine Länge von mehr als 16 Zentimetern erreicht. Sardellen pflanzen sich rasch fort und haben viele Nachkommen, wodurch sie wenig anfällig für Überfischung sind. Die Größe der Sardellenbestände hängt stark von den Umweltbedingungen ab und unterliegt hohen natürlichen Schwankungen.

    Bestandssituation

    Im Nordostatlantik nimmt der Bestand in der Biskaya seit der Wiederöffnung der Fischerei im Jahr 2010 zu und erreichte 2019 einen Höchstwert; für 2020 werden aber schwache Nachwuchsjahrgänge erwartet. Der Bestand vor der portugiesischen Küste geht zurück und die Fischerei ist dort zeitweise geschlossen. Im östlichen Mittelatlantik vor Marokko und Mauretanien sind die Bestände vermutlich voll befischt und werden nachhaltig genutzt. Die Datenlage im Mittelmeer ist unsicher. Der Bestand in der nördlichen Adria hat sich leicht erholt, wird aber nach wie vor zu stark befischt. Vor Nordspanien werden Sardellen voll befischt. Im Bereich den Balearen und der Ägäis reichen die Daten für eine Bewertung nicht aus. Im Schwarzen Meer ist der Bestand auf niedrigem Niveau stabil, Referenzpunkte sind jedoch nicht definiert und die Befischungsrate ist zu hoch.

    Auswirkungen auf das Ökosystem

    Die Fischerei mit Freiwasser-Schleppnetzen hat niedrigere Beifangraten und keine Auswirkungen auf die Bodenlebensgemeinschaften. Sardellen haben eine Schlüsselstellung im marinen Ökosystem, da sie Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere bilden. Zu hohe Befischungsraten können daher die gesamten Nahrungsnetze beeinträchtigen.

    Management

    Kurzlebige Arten wie die Sardelle stellen hohe Anforderungen an das Management, weil auch die Bewirtschaftungsmaßnahmen kurzfristig angepasst werden müssen. Im Nordostatlantik ist das Management der Sardellenfischerei weitgehend wirksam, im östlichen Mittelatlantik gibt es dagegen erhebliche Probleme mit der Verfügbarkeit wissenschaftlicher Daten und sowohl die Überwachung der Bestände als auch die Durchsetzung bestehender Maßnahmen ist unzureichend. Die Bewirtschaftungssysteme in den meisten Mittelmeerregionen werden als teilweise effektiv bewertet.

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