Seite wählen

Seeteufel

Lophius piscatorius, L. budegassa

    • Nordostatlantik FAO 27: Kantabrische See und Portugiesische Küste (8.c, 9.a), Island (5.a)
      Stellnetze-Kiemennetze, Grundlangleinen
    • Nordwestatlantik FAO 21: USA
      Stellnetze-Kiemennetze
    • Südostatlantik FAO 47: Südafrika
      Grundscherbrettnetze
    • Nordostatlantik FAO 27 (außer Kantabrische See und Portugiesische Küste)
      Grundlangleinen
    • Nordostatlantik FAO 27 (außer Kantabrische See und Portugiesische Küste; Island)
      Stellnetze-Kiemennetze
    • Weltweit (außer FAO 47: Südafrika)
      Grundscherbrettnetze, Baumkurren

    Biologie

    Der Seeteufel (Lophius piscatorius) oder Anglerfisch ist ein am Grund lebender Raubfisch, der von den Küstenregionen bis in Tiefen von über 1.000 Metern vorkommt. Beim Fang benutzt er seinen ersten Rückenflossenstrahl als „Angel“, mit der er seine Beute anlockt. Ist die Beute nah genug herangekommen, schnappt der Seeteufel mit seinem riesigen Maul zu. Seeteufel sind wandernde, relativ langsam wachsende Fische, die anfällig sind für Überfischung. Weltweit gibt es mindestens sieben verschiedene Seeteufel-Arten, die im Handel nicht weiter unterschieden werden. In Deutschland wird hauptsächlich L. piscatorius angeboten.

    Bestandssituation

    Im Nordostatlantik ist der Seeteufelbestand in isländischen Gewässern in gutem Zustand und wird nicht überfischt. Auch die beiden Arten (L. piscatorius und L. budegassa) in der Biskaya und vor der Küste Portugals sind gesund. Im Gebiet der weiteren Nordsee und westlich von Schottland geht der Bestand dagegen zurück, während der Fischereidruck gleichzeitig noch weiter zunimmt. Im Mittelmeer können die Bestände aufgrund von Datenmangel nicht verlässlich bewertet werden. Im Südostatlantik ist der Westafrikanische Anglerfisch (L. vomerinus) gesund und wird nachhaltig genutzt, ebenso wie der Amerikanische Seeteufel (L. americanus) im Nordwestatlantik. Im Nordwestpazifik ist dagegen der Fischereidruck für den Chinesischen Seeteufel (L. litulon) viel zu hoch: der Bestand wird überfischt und geht zurück.

    Auswirkungen auf das Ökosystem

    Seeteufel wird als Beifang in gemischten Fischereien gefangen. Junge Seeteufel landen oft in den Netzen, bevor sie fortpflanzungsfähig sind. Auch gefährdete und geschützte Hai- und Rochenarten sowie Delfine, Wale und Seevögel werden oft ungewollt mitgefangen. Die Rückwürfe machen bis zu einem Drittel der Fänge aus. Die Grundschleppnetzfischerei schädigt zudem empfindliche Bodenlebensgemeinschaften. Weniger Auswirkungen haben Grundlangleinen und Kiemennetze.

    Management

    Das Management im Nordostatlantik im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU wird als teilweise effektiv eingeschätzt. Die gemeinsamen Quoten für die Arten L. piscatorius und den Kleinen Seeteufel, L. budegassa, erschweren ein effektives Management. In den isländischen Gewässern ist das Management umfassend. Weltweit ist das Management dadurch erschwert, dass keine gezielten Maßnahmen für Seeteufel festgelegt sind.

    Pin It on Pinterest