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Rochen

Raja spp.

    • weltweit
      Wildfang

    Biologie

    Rochen gehören zusammen mit den Haien zu den Knorpelfischen und kommen weltweit in allen Lebensräumen vor: vom flachen Küstensaum bis in die Tiefsee und in den Tropen sogar im Süßwasser. Der größte Teil der über 630 Rochenarten lebt bodennah, ruht dort häufig oder gräbt sich im Boden ein. Einige Gruppen von Rochen bewegen sich jedoch stets im freien Wasser. Rochen haben einen flachen Körper und mit dem Kopf verwachsene Brustflossen, die zusammen unterschiedlich geformte Scheiben bilden, andere haben einen länglichen eher Hai-artigen Körperbau. Nasengruben, Maul und Kiemenspalten befinden sich zumeist auf der Unterseite, die Augen auf der Oberseite. Typisch für die bodenbewohnenden Arten ist ein großes Loch hinter den Augen, das Spritzloch, wodurch im Boden vergrabene Tiere atmen. Meist leben Rochen räuberisch und ernähren sich von Fischen und Wirbellosen aller Art, nur die großen pelagischen Teufelsrochen filtrieren Plankton aus dem Wasser.

    Bestandssituation

    Rochen kommen in verschiedenen bodennahen Fischereien als Beifang vor, wie zum Beispiel in der Fischerei auf Kabeljau oder Seezunge. Sie werden häufig als Zweitfangart mitgefangen und ihr Fleisch in vielen Ländern zum Verzehr angeboten. Es ist oft nur wenig über den Zustand der lokalen Rochenbestände bekannt und ein fischereiliches Management häufig unzureichend oder mangelhaft, einige Bestände scheinen aber stabil zu sein. Die meisten Rochenarten sind wegen ihres langsamen Wachstums, dem späten Erreichen der Fortpflanzungsfähigkeit und der Produktion nur weniger Nachkommen anfällig für Überfischung. Rund 20 Prozent aller Rochenarten sind laut der Roten Liste der bedrohten Arten gefährdet, 13 Arten davon sogar vom Aussterben bedroht.

    Auswirkungen auf das Ökosystem

    Rochen werden meist mit bodennahen Fangmethoden gefangen, die hohe Beifangraten haben. Sie wühlen den Meeresboden auf, so dass Bodenlebensräume unproduktiver und artenärmer werden. Das kann weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben und der Verlust größerer Räuber kann zu Verschiebungen im Nahrungsgefüge führen.

    Management

    Die Qualität des Managements variiert je nach Region, Art und Fischerei. Insgesamt sind die Managementmaßnahmen für Rochen, sofern überhaupt vorhanden, nicht ausreichend.

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